Eine Geschichte über das Geschichtenschreiben

18.09.2019 11:44
Als ich anfing zu schreiben, hatte ich unvorhergesehen einen kleinen Erfolg. Ein Verlag veröffentlichte meinen ersten Roman. Dann einen zweiten und dritten. Dann endete die Glückssträhne prompt. Der Cursor bewegte sich nicht mehr. Mir fiel nichts mehr ein. Durch das Gefallenwollen, war ich im Mainstream gelandet. Doch mein Herz schlägt nicht für schlichte Liebesromane, Heimatkrimis oder effekthascherische Erotik. Selbst wenn diese sich gut verkaufen, dafür bin ich nicht gemacht.
Ich bin ein liebevoller, aber kein einfacher Mensch. Ich schätze Ruhe und abgelegene Orte sehr. Ich liebe es zu lachen. Mich fasziniert die Einsamkeit. Ich meide Menschenmengen und Lärm. Ich fürchte Streit und Hektik. Ich verabscheue Small Talk. Das klingt jetzt vielleicht arrogant, doch so ist es nicht gemeint. Wenn ich einen Menschen kennenlernen möchte, empfinde ich es als Zeitverschwendung, ja fast als Beleidigung über Belangloses zu sprechen. Man darf mir durchaus ein gehaltvolles Gespräch zutrauen. Ich möchte über Kunst sprechen, über Ängste und Fehler, über das Leben, über Ideen, Träume und Leidenschaften jeder Art, über Weltsichten, Musik, Liebe und Sex, über das Reisen, die Natur, über Essen und natürlich über Bücher.
Gefühle treffen mich mit ungeahnter Wucht. Die guten und die schlechten. Ich habe einen feinen Sinn für Stimmungen. Oft überträgt sich die Stimmung anderer Menschen auf mich. Manchmal lässt mich all das verzweifeln. Doch gäbe es eine Pille gegen diese Sensibilität, ich würde sie nicht schlucken. Ich habe einen Blick für Kleines, Schönes und Außergewöhnliches. Und für Wunder. Um nichts in der Welt möchte ich den verlieren.
Und all das führte mich zu einer ganz neuen Art des Schreibens, einer überaus persönlichen und authentischen Art. Ich schreibe jetzt über echte Menschen, echte Träume, und echte Leidenschaften aller Art. Über Weltsichten, Musik, Liebe und Sex, über das Reisen, die Natur und Essen. Über Dinge die mein Interesse wecken, die erzählt werden möchten.
 
Ich habe erlebt, dass das den Erzählenden und Lesenden genauso viel Freude bereitet wie mir selbst, und so entstand schließlich “Das geschriebene Wort”. Eine kleine, feine Schreibwerkstatt, die Liebgewonnenes bewahrt und Neues schafft. Ich freue mich auf die vielen Phantasien, Wünsche, Erlebnisse, Geschichten und Gedichte, die ich hoffentlich noch für euch auf Papier bringen darf.
Eure Elisabeth